Programmpunkte 2026

Von Leuchttürmen und Seefahrerkindern

Traumabelastete Kinder und Jugendliche gezielt stützen

Für Fachkräfte aus verschiedensten psychosozialen Bereichen, die mit traumabelasteten Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen arbeiten.

Kinder sind entwicklungsbedingt und wegen ihrer abhängigen Rolle innerhalb familiärer Systeme durch hochbelastende Ereignisse in besonderem Maße gefährdet. Das gilt für einzelne Schicksalsschläge wie den Suizid eines nahestehenden Menschen oder das Bezeugen von Unglücksfällen ebenso wie für sich wiederholende traumatische Erfahrungen. Daneben sind Kinder in der Psychotraumatologie anders als lange gedacht keine kleinen Erwachsenen. Der Umgang mit dem Verlust von Sicherheit oder die Wahrnehmung unbekannter, ängstigender Symptome und Veränderungen bringt das Verständnis der eigenen Welt ins Wanken. Die Verarbeitung potentiell traumatisierender Erfahrungen stellt Kinder vor andere Fragen als Erwachsene, braucht andere, braucht kindgerechte Unterstützung. In diesem Seminar soll aus einer bindungsorientierten Perspektive konkretes Handwerkszeug erprobt und praxisbezogen zentrale Herausforderungen traumatischer Dynamiken und Lösungsmöglichkeiten diskutiert werden.

Inhalte

Wie können wir Kinder und deren Bezugspersonen stärken? Was brauchen Kinder selbst in der Zeit nach einem hochbelastenden Ereignis? Und was ist zu beachten, wenn das Bezugspersonenverhalten selbst Teil der Herausforderungen ist? Das Seminar geht diesen Fragen nach:

  • Zentrale Grundlagen kindlicher Entwicklungspsychotraumatologie und deren konkrete Folgen für Beratung, Begleitung und Therapie werden anschaulich vermittelt.
  • Überblick über Folgen singulärer bis hin zu sequentieller und komplexer Traumatisierung im Kinder- und Jugendbereichen.
  • Bewährte Interventionen auf kognitiver und körperbezogener Ebene, wie z.B. Metaphern und Arbeit mit Bildern, werden nicht nur für Kinder vorgestellt und erprobt.
  • Eine systemische Sichtweise auf einschneidende Erlebnisse und deren Folgen endet nicht im familiären Nahfeld. Kindliche Bewältigung wird nicht nur von den Eltern sondern ebenso durch Erfahrungen in Schule, Hort oder Kindergarten mitgestaltet – erleichternd oder erschwerend. Damit alle am gleichen Strang ziehen, erweitert das Seminar deshalb den Blick um professionelle Bezugspersonen. Ansätze und erprobte Methoden des Elternteachings, der Arbeit mit Erziehenden und Lehrenden stehen hier im Fokus.

Da es sich um ein praxis- und kompetenzorientiertes Angebot, nicht aber um ein Selbsterfahrungsseminar handelt, wird eigene Stabilität vorausgesetzt. Techniken, die einen Heilkundevorbehalt haben (bspw. Expositionstechniken) sind nicht Teil des Inhaltes – eine Heilkundeerlaubnis wird nicht vorausgesetzt.

Termin

07.12. – 08.12.2026
Jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Gebühr

Euro 380,-

Leitung

Tita Kern und Simon Finkeldei

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